Die Lebensbaum Waldkirche - Spiritualität der keltischen Kirche

Keltischer Jahreskreis



Die vier alten irischen Jahresfeste
 
Der irische Kalender kennt zwei Jahreszeiten mit einer hellen und einer dunklen Jahreshälfte, was an das MAT/ANMAT-Prinzip von Coligny erinnert. Dabei bezeichnen Beltane (1.Mai) das offizielle Ende des Winters und Samhain (1.November) das Ende des Sommers. In der Mitte der Jahreszeiten liegen dann Imbolc (1.Februar, Mittwinter, zugleich Tag von St.Brigid) und Lugnasad (1.August, Mittsommer). Diese Feste, die das Jahr damit in vier gleich lange Teile unterteilen, auf einen älteren Mondkalender zurückzuführen ist problematisch, da wir nicht wissen, ob der alte irische Mondkalender (einen Sonnenkalender kann man sicherlich ausschließen) den 1. Monatstag zum Vollmond (wie z.B. in Skandinavien), zum Neumond (wie in den meisten Mondkalendern), oder einige Tage nach Neumond (wie im ebenfalls keltischen Gallien) begann.
 
Die Bildung eines neuen Kalenders
 
Als die iroschottische Kirche im 7. (in England), 9. (in Wales) und 12. Jahrhundert in die römisch-katholische integriert wurde, verbanden sich auch die irischen Feste mit römischen und wurden – vermutlich auch im Zusammenhang mit der Germanenmission – überall in Europa verbindlich: Imbolc mit Lichtmess (7. Jh), Beltane mit Walpurgis (9. Jh) und Samhain mit Allerheiligen (9. Jh). Einzig Lughnasad ist zumindest kirchlicherseits in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Im 19. Jahrhundert betonten Ethnologen die Bedeutung von Vegetationsbräuchen in Form der "europäischen Feuerfeste" (Sommer- und Wintersonnenwende, Hohe Maien, Allerheiligen) und ihren Zusammenhang mit alten europäischen Mythen und Legenden. Nach dem Prinzip dieser Feuerfeste begannen schon vor 100 Jahren Pfadfinder- und Wandervogel-Gruppen auf Fahrten ihre Festkalender zu gestalten, insbesondere die Sonnenwenden. Erst im 20. Jahrhundert führte Gerald Gardner (1884-1964) den irischen Festkalender wieder für moderne Hexen- und Druidenzirkel ein und fügte ihm vier Sonnenfeste der Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen zu. Diese Feste bilden als Alban Arthan (21.12.), Alban Eilir (21.3.), Alban Hefir (21.6.) und Alban Elued (21.9.) gemeinsam mit den traditionellen irischen Festen den Druidenkalender, der in seiner Gesamtheit bereits auf Iolo Morganwg (1767-1826) zurückgeht, von dem auch die vier Alban-Feste stammen.
 
Das Jahresrad und seine 8 Hauptfeste
 
Auf diese Weise fasst das achtspeichige Jahresrad also bedeutende europäische Feste zusammen, indem es das Jahr gleichmäßig durch vier Sonnenfeste und vier Mondfeste unterteilt, wobei die Datierung der Mondfeste keiner festen Regel folgt und traditionell auch einfach an einem Monatsanfang liegen kann. Sie können das Kirchenjahr oder einen anderen Festkalender durch kleine Andachten an Sonne und Mond ergänzen, oder Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, Ländern und Religionen an wichtigen Zeitpunkten zusammenbringen, die sonst verschiedene Feste feiern. So finden die europäischen Mittsommerfeuer alle kurz vor oder nach Alban Hefin statt, während Alban Eilir das christliche Osterfest, das fränkische Bauernfrühjahr und das persische Neujahrsfest verbindet. Viele naturspirituelle Gruppen feiern das Jahr auch einfach nur durch die 8 Feste des Keltischen Jahreskreises, die gut bekannt und sehr einfach zu merken sind.
Von ihrem Ursprung in der irischen Volkstradition und den damit verbundenen Bräuchen und Bedeutungen für die Landessitten haben sich diese Feste natürlich schon lange weitgehend gelöst. Aber es gibt vieles, was sie auch heute noch gemeinsam haben. Imbolc und Samhain stehen durch die keltischen Bräuche von St. Brigid und Halloween noch immer sehr in der irischen Tradition. Zwischen Lughnasad und Alban Elued befinden sich die Erntezeit und der Erntedank in ihrer heißen Phase. Und an Alban Arthan wird mit Kerzen und Feuern ganz weihnachtlich gefeiert, dass die Tage wieder länger werden. Diesen Festen sind dann auch meist passende Heiligenlegenden, Feengeschichten oder Artussagen zugeordnet, und die Kreativität von Bildern, Ritualen oder Gedichten kennt keine Grenzen.

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